Formteile aus Holz und Kunststoff  
   
 
      OWI Unternehmensgeschichte
Teil 1: 1927–1959

Gründung der Firma Oskar Winkler
in Münnerstadt (Kreis Kissingen)
1927
Oskar WinklerOskar Winkler
– sein Spitzname ist „OWI" –
geb. 1894 in Bonn, trennt sich von dem väterlichen Betrieb in Lohr und gründet 1927 eine Holzwarenfabrik in Münnerstadt,
südlich der Vor-Rhön
 
Oskar WinklerHochzeit mit Elisabeth Schmitt aus Frankfurt, im Laufe von sechs Jahren drei Kinder: Tilly, Richard und Gertrud  
Oskar Winkler
Oskar WinklerIn der Holzwarenfabrik werden vorwiegend Formteile für den Sanitärbereich produziert, vermutlich auch für die Stuhlindustrie.
1936 zählt das Unternehmen 25 Mitarbeiter.
1928

1936
 
Oskar Winkler Fabrik Bischofsheim

Oskar Winkler Fabrik Bischofsheim 1937
Umzug von Münnerstadt nach Bischofsheim a. d. Rhön, Herstellung von Sperrholz

Oskar Winkler findet in der Hammermühle in Bischofsheim
a. d. Rhön den geeigneten Platz, um seinen Betrieb zu vergrößern. Zur der Produktion von Formteilen kommt die Fabrikation von Sperrholzplatten.
Die Firma heißt nun Fränkische Holzwarenfabrik Oskar Winkler.
Mitarbeiter: ca. 100
1937
 
Oskar Winkler

2. Weltkrieg

Der Ausbruch des 2. Weltkriegs zwingt wegen des Arbeitskräftemangels zur Reduzierung der Produktion. Hergestellt werden nun vornehmlich robuste Hocker und Munitionskisten. Französische Kriegsgefangene sind im Betrieb untergebracht und versorgen sich selbst; die Hocker dienen u.a. auch zum Tauschhandel für Lebensmittel, Zigaretten und Artikel des täglichen Bedarfs.
Mitarbeiter: Frauen in unbekannter Anzahl und französische Kriegsgefangene
1939

1945
 

Erweiterung und Umzug nach Lohr am Main

Der Betrieb weitet die Produktion von neuem aus, doch das Betriebsgelände in Bischofsheim wird zu eng.
Die Stadt Lohr am Main sieht 1952 die Chance, einen aufblühenden, holzverarbeitenden Betrieb nach Lohr zu holen und richtet ein interessantes Gelände an der Rodenbacher Straße ein. Oskar Winkler willigt ein, zumal er stets betont hat, dass er gern in seine Vaterstadt zurückkehren möchte.
Oskar Winkler
Oskar Winkler Fabrik Bischofsheim

Oskar Winkler Fabrik Bischofsheim 1937
1955 ist es soweit: In weniger als zwei Jahren kann die Produktion in Lohr aufgenommen werden.

Die älteste Tochter Tilly, geb. 1928, wird nach Beendigung der Handelsfachschule in Calw, Baden-Württemberg, rechte Hand des Chefs.

Mitarbeiter: etwa 100
1945

1955
 
Holzverarbeitung am neuen Standort Lohr

Über zwei verschiedene Wege
– Gleis und Straße – werden Holzstämme angeliefert.
Sie werden in Dämpfgruben gelegt und in der 150 m langen Hauptwerkhalle mit Schälmaschinen weiterverarbeitet.

  Oskar Winkler Fabrik Bischofsheim
Oskar Winkler Fabrik Bischofsheim 1937
  Im Pressenraum gibt es 8 hydraulische Pressen. Weiter ist eine Oberflächenbearbeitung (Lackiererei) vorhanden. In der Lager- und Versandhalle schließt sich der Kreis.

Ein gesonderter Bereich ist die Spezialholzverarbeitung.
Ein eigener Wärme-Kraft-Generator erzeugt elektrischen Strom. Das Herz der gesamten Anlage ist das Maschinenhaus mit den Werkstätten.

Mitarbeiter: mehr als 100
 

Der Betrieb nimmt teil am stetigen Wachstum der bayerischen Industrie. Hierzu trägt auch die Integration der Heimatvertriebenen bei, die in Bayern mit 1,7 Mio. fast 18,9 % der Gesamtbevölkerung stellen. Die holzverarbeitende Industrie in Bayern beschäftigt 46.000 Personen, davon 20.000 Vertriebene (Quelle: Monatshefte des Bayerischen Statistischen Landesamtes).
1955
 

Oskar Winkler

Oskar Winkler Oskar Winkler wird 65 Jahre alt.
Sein weitblickendes Unternehmen wird überörtlich gewürdigt. Zum Standort in Lohr kommt ein Betrieb in Wolfach im Schwarzwald, der Spezialartikel für die Innendekoration („Greco”- Gardinenstangen) fertigt.
Mitarbeiterzahl bei OWI insgesamt: 170

1959
 
Ende 1959 erfährt der Betrieb zwei schmerzliche Verluste: Oskar Winkler stirbt bei einem Verkehrsunfall. Nur wenige Wochen später verunglückt auch sein Sohn und potentieller Nachfolger Richard tödlich.  

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